Präzise Kommissionierung im Warenlager.

Der Pick-Prozess, auch Kommissionierung genannt, ist für die Kernfunktion des Warenlagers verantwortlich. Gerade im Betriebsstress ist Effizienz entscheidend, damit Aufträge korrekt und zügig bearbeitet werden können. Innovative Technologien im Fulfillment- und Lager-Management-Bereich haben für viele Unternehmen bereits für eine Arbeitserleichterung  gesorgt. Trotzdem funktioniert die Kommissionierung noch nicht vollautomatisch und ist zum Großteil Handarbeit. Für präzisere Abläufe ist es wichtig, Mitarbeiter zu unterstützen und menschliche Fehler zu reduzieren. Die gute Nachricht ist, dass bereits einige einfache Hilfestellungen dabei helfen, den Prozess gradliniger zu gestalten und die Effizienz zu erhöhen. Wir haben unsere besten Tipps in diesem Beitrag für Sie zusammengestellt.

Es spielt keine Rolle, auf welche Art und Weise ein Warenlager organisiert ist. Am Ende teilt es sich doch dieselben Ziele mit anderen Lagern: Es soll effizient und akkurat gearbeitet werden, wenn es darum geht, Aufgaben zu erfüllen. Um das zu erreichen, sollten die Arbeitsabläufe im Lager regelmäßig kontrolliert und angepasst werden. Wie Sie Ihr Lager effizienter gestalten können, erklären wir Ihnen im heutigen Beitrag.

Der ideale Kommissionierungsprozess

1: Analysieren Sie die Verkaufs-Frequenz

Die Organisation eines Lagers ist entscheidend für dessen Effizienz bei der Kommissionierung von Aufträgen. Vor allem kommt es aber darauf an, an welcher Position welches Produkt  gelagert wird. Diese sollte vor allem in Hinblick auf die Frequenz gewählt werden, in der ein Artikel verkauft wird. Lange und häufige Wege durch das Lager verhindern das zur Verfügung stehende Potenzial. Analysieren Sie dafür die Dauer der Kommissionierung, die Verkaufszahlen und andere Kennwerte, um schnell verkäufliche Produkte zu identifizieren und diese in leicht erreichbaren Regalen zu platzieren.

2: Inventar strategisch platzieren

Beim Slotting geht es darum, Artikel im Warenlager sinnvoll zu sortieren. Ähnliche Waren werden in der Nähe zueinander aufbewahrt, sodass sie vom Mitarbeiter besser gefunden werden können. Sie kreieren auf diese Weise Zonen in Ihrem Lager und etablieren bestimmte Bereiche, die für klar definierte Artikel genutzt werden. Für die Mitarbeiter wird dadurch die Orientierung innerhalb des Lagers erleichtert und auch neue Mitarbeiter finden sich schneller zurecht. Wer diese Zonen optimal nutzen möchte, weist seinen Arbeitern je eine spezifische Zone zu, aus der Artikel gepickt werden. Dadurch können die Laufwege weiter reduziert werden und jeder Mitarbeiter kann eine deutlich höhere Anzahl an Artikeln kommissionieren. Die Produktivität und Effizienz eines Lagers lässt sich dadurch merklich steigern.

In einem Zonen-Lager können auch mehrere Aufträge in einem Rutsch gepickt werden. Mitarbeiter holen dabei zeitgleich Artikel für mehrere Aufträge und sparen dabei weiter Laufzeit ein. Nach dem Einsammeln der Produkte, werden diese dann in die unterschiedlichen Bestellungen aufgeteilt.

Egal, welche Methodik Sie in Ihrem Warenlager zum Einsatz bringen, es erfordert eine ausreichende Organisation, um die Effizienz merklich zu steigern.

3: Wege festlegen

Sobald Sie den Aufbau Ihres Lagers überarbeitet und Ihre Artikel sinnvoll platziert haben, sollten Sie sich den Laufwegen zuwenden. Indem die bestmöglichen Wege für das Picking bestimmter Artikel festgelegt werden, nehmen Sie Ihren Mitarbeitern die Unsicherheit. Stattdessen kann der Fokus darauf gelegt werden, möglichst akkurat zu arbeiten. Welche Wege festgelegt werden, hängt zwangsläufig mit der Methodik zusammen, die im Lager angewandt wird. Grundsätzlich sollten Sie mit dieser Planung dafür sorgen, möglichst effiziente Abläufe zu erzeugen und Fehlerquellen zu eliminieren.

4: Daten dokumentieren

Während Ihnen unterschiedliche Strategien dabei helfen können, akkurater zu arbeiten und die Effizienz zu erhöhen, können diese immer nur so effektiv sein, wie die Basis, die ihnen zugrunde liegt: Die Daten Ihres Inventars. Bei der Einsortierung Ihrer Artikel in das Lager, sollten Sie diese stets mit einer deutlichen Kennzeichnung versehen, um die Ware leichter identifizieren zu können. Immerhin lässt sich durch eine optimale Platzierung sowie verkürzte Routen kaum Zeit einsparen, wenn diese am Ende dafür notwendig ist, den Artikel zu suchen. Hier ist auch Akkuratesse gefragt. Die Artikel sollten sich stets an der korrekten Position befinden. Für Ihre Mitarbeiter sollte es schon vor Beginn des Picking-Prozesses einfach ersichtlich sein, wo sich welche Ware befindet, damit die Bestellung schnell bearbeitet werden kann.

5: Fehler analysieren

Die Auswertung Ihrer Fehler kann Sie dabei unterstützen, bisher ungenutzte Potentiale zu identifizieren und damit Ihren Gewinn zu steigern. Sammeln Sie daher regelmäßig neue Daten und analysieren Sie diese, um häufige Fehlerquellen auszuwerten und entsprechende Gegenmaßnahmen zu veranlassen.

Um bei Ihren Auswertungen sinnvolle Schlussfolgerungen ziehen zu können, sollten Sie nicht nur Einzelfehler zusammenzählen, sondern auch sinnvolle Gruppierungen vornehmen, um entsprechende Strategien zu entwickeln. Möglicherweise kommt es bei einzelnen Mitarbeitern regelmäßig zu Fehlern, weil keine ausreichende Schulung durchgeführt wurde. Vielleicht wird in einer bestimmten Zone sehr viel Zeit vergeudet, weil die Beschriftung nicht ausreicht, um die einzelnen Produktvarianten auseinanderzuhalten. Wenn es schließlich darum geht, die Fehler Schritt für Schritt zu eliminieren, ist es besonders sinnvoll, den Fokus auf die positive Entwicklung zu legen und keinen vorwurfsvollen Ton anzuschlagen. Sie erhöhen damit die Motivation Ihrer Mitarbeiter und können langfristig für eine angenehmere Arbeitsatmosphäre in Ihrem Betrieb sorgen.

6: Prozesse automatisieren, wenn möglich

Sind Menschen an einem Prozess beteiligt, steigt dadurch immer auch die Wahrscheinlichkeit für Fehler. Gerade bei der Kommissionierung, bei der in jedem Arbeitsschritt Aufmerksamkeit erforderlich ist, liegt es in der Natur der Sache, dass die Effizienz nie völlig ausgereizt wird. Mitarbeiter in einem Warenlager verbringen im Durchschnitt mehr als die Hälfte Ihrer Arbeitszeit damit, von einer Zone in die andere zu laufen, um bestimmte Artikel zu picken. Es entsteht also sehr viel Zeit für ineffiziente Arbeitszeit. (besser: Vermeiden Sie ineffiziente Arbeitszeit).

Glücklicherweise gibt es einige Software- und Hardware-Lösungen, die hier Abhilfe versprechen, vom Barcode-Scanner, den Ihre Mitarbeiter am Gürtel tragen bis hin zu Maschinen, die am Picking-Prozess beteiligt werden können. Die funktionalsten Lösungen ersetzen dabei keineswegs die menschliche Arbeitskraft, sondern treten unterstützend auf. Dadurch lässt sich die Effizienz spürbar steigern, ohne dass dabei auf Mitarbeiter verzichtet wird.

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Sichtbare Beschriftung

Bevor Produkte in den Tiefen Ihres Lagers verschwinden, sollten diese gut beschriftet werden. Je prominenter die Beschriftung und Identifikation (z.B. Nummer oder Barcode) auf dem Produkt erstrahlt, desto unwahrscheinlicher werden Fehler. Gleichzeitig erleichtern Sie Ihren Mitarbeitern das Finden der Produkte und können Zeit einsparen. Besonders für Artikel, die in vielen ähnlichen Variationen vorhanden sind, ist die Kennzeichnung entscheidend.

Vorsortieren

Beim Kommissionierungs-Prozess des Vorsortierens werden verschiedene einzelne Artikel aus Ihrem Inventar zu kleinen Bundles zusammengepackt. Wenn also eine entsprechende Bestellung über den gesamten Umfang der Produkte eingeht, entsteht für den verantwortlichen Mitarbeiter nur ein einzelner Weg. Die Produkte finden sich bereits an einer Stelle. Eine solche Vorarbeit eignet sich besonders dann, wenn Sie für einen festen Zeitraum bestimmte Produkte als Paket zusammen anbieten. Sie können alternativ auch Ihre Bestellungen vorsortieren. Das würde in dem Fall bedeuten, dass solche Bestellungen, die den gleichen Artikel beinhalten, in einem Rutsch abgearbeitet werden und der Mitarbeiter dabei nur einmal zum jeweiligen Produkt gehen muss. In jedem Fall können Sie mit dieser Methode die Effizienz der Kommissionierung deutlich erhöhen.

Wege verkürzen

Wenn Sie bereits eine Weile Artikel verkaufen, lässt sich abschätzen, welche Artikel häufig zusammen bestellt werden. Sie können Ihr Lager dann so organisieren, dass sich entsprechende Waren in größerer Nähe zueinander befinden. Muss ein Mitarbeiter stattdessen erst mehrfach das gesamte Lager durchqueren, fehlt es an wertvoller Zeit. Im Idealfall überprüfen Sie die Effizienz Ihres Lagers einige Male pro Jahr, um festzustellen, an welcher Stelle Zeit verloren geht und wo sich Einsparungen vornehmen lassen. Gerade für saisonale Produkte wie Ihr Weihnachtsangebot oder zeitlich begrenzte Artikel ist das Verkürzen der Wege besonders ratsam.

Raum-Optimierung

Wenn Ihr Geschäft wächst und die Verkaufszahlen zunehmen, stoßen Sie schnell an die physischen Grenzen Ihrer Lagermöglichkeiten. Reichen Lagerkapazitäten nicht mehr aus, leidet die Ordnung oft als erstes und es wird für Mitarbeiter immer schwieriger, schnell und effizient die Aufträge zu bearbeiten. Bevor es also dazu kommt und die Arbeit unter der schlechten Infrastruktur leidet, sollten Sie Anpassungen hinsichtlich der Räumlichkeiten vornehmen. Sie können beispielsweise dafür sorgen, dass Sie seltener verkaufte Produkte in geringerer Menge vorrätig halten und unnötige Lieferungen streichen. Auch eine neue Organisation des Lagers kann Ihnen dabei helfen, den vorhandenen Raum in Ihrem Lager möglichst optimal einzusetzen.

Wie akkurat Sie Bestellungen kommissionieren ist hauptverantwortlich für den Erfolg Ihres Lagers. Indem Sie unseren Empfehlungen folgen und die genannten Strategien einführen, werden Sie Ihre Abläufe gradliniger gestalten können und dabei in Zukunft mit mehr Akkuratesse und Effizienz arbeiten. Ihr Lager wird dadurch noch besser.

Fulfillment vom Dienstleister

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