Nachhaltigkeit in der (Last-Mile-)Logistik?

Nachhaltigkeit ist über alle Branchen hinweg ein immer bedeutenderer Aspekt und macht auch im Logistikbereich keinen Halt. Eine nachhaltige Optimierung aller Logistikprozesse ist essentiell, um über die gesamte Lieferkette hinweg die CO2-Emissionen so gering wie möglich zu halten. Nicht nur die CO2-Emissionen, sondern auch andere Faktoren, wie z. B.  Lärm haben einen hohen negativen Einfluss auf die Umwelt.

Last-Mile-Logistik – Begriffsklärung

Unter Last-Mile-Logistik ist der Warentransport ab Lager bis zur Haustüre des Konsumenten gemeint. Gerade dieser Bereich der Logistik wird in den kommenden Jahren deutlich steigen. Ziel muss es sein diese letzte Meile so ressourcenschonend und effizient wie möglich zu gestalten.

Last-Mile-Logistik steigt um 78%

Laut einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey steigt die Last-Mile-Logistik bis 2030 um 78 Prozent. Gründe hierfür sind die zunehmende Urbanisierung und der Fakt, dass bereits 2021 rund 2,1 Milliarden Menschen ihre Waren primär online kaufen. Ein stetiges Wachstum erfahren auch Warengruppen, die bislang noch eher selten online gekauft werden. So sollen im Jahr 2023 in den USA 32 Prozent der Möbelkäufe im Netz stattfinden. Der somit insgesamt steigende Onlinehandel führt zu einem ebenfalls wachsenden Bedarf an Lieferungen an den Endkonsumenten bzw. an Last-Mile-Logistik.

Auswirkungen auf Umwelt und Verkehr

Wie McKinsey mitteilte, hat die Steigerung der Last-Mile-Logistik große Auswirkungen auf Umwelt und Verkehr. In den weltweit 100 größten Städten führt dies bis 2030 zu 36 Prozent mehr Lieferfahrzeugen. Nicht nur die damit verbundenen CO2-Emissionen sind enorm, sondern auch die generelle Verkehrslage könnte sich durch mehr Staus und Verkehrsbehinderungen deutlich verschlechtern. Um diesem Szenario entgegenzuwirken, müssen Maßnahmen zur Entlastung der Umwelt ergriffen werden.

Maßnahmen zur Entlastung der Umwelt

Um die Nachhaltigkeit der Last-Mile-Logistik zu optimieren, spielen folgende Faktoren, die derzeit noch Optimierungspotential aufweisen, eine wichtige Rolle: Quote der Zustellerfolge, Nutzung moderner Technologien und Zeitfenster-Zustellungen.

Quote der Zustellerfolge

Die Quote der Zustellerfolge hat während Corona, dank ausgedehnter Homeoffice-Regelungen, ein Allzeithoch erreicht. Eine gescheiterte Zustellung verursacht Kosten und zusätzliche Emissionen und sollte daher auch nach der Coronapandemie vermieden werden. Dies gelingt beispielsweise durch den Ausbau des Paketshop-Netzes: Der Kunde kann selbst bestimmen, wann er sein Paket in der Packstation abholen möchte – so gehören gescheiterte Zustellversuche der Vergangenheit an.

Nutzung moderner Technologien

Moderne Technologien, wie Batterie- oder Wasserstoff betriebene Fahrzeuge ermöglichen eine nahezu emissionsfreie Logistik. Künftig können auch der Einsatz von Lieferrobotern oder fahrbaren Paketboxen zu einer nachhaltigen Logistik beitragen.

Zeitfenster-Zustellungen

Das Konzept Lieferungen zu bestimmten Uhrzeiten zuzustellen, ist immer häufiger im Einsatz. In Kombination mit Nachtlieferungen führt dies zu einem deutlich entzerrteren Verkehrsaufkommen. Ebenso wird dadurch die Quote der Zustellerfolge weiter gesteigert, da Online-Käufer Zeiträume auswählen können, zu denen sie zuhause sind.

Nachhaltige Last-Mile-Logistik ist möglich

Der stetig wachsende Onlinehandel und die fortlaufende Urbanisierung haben große Auswirkungen auf unsere Umwelt. Doch mit den richtigen Maßnahmen lassen sich diese minimieren, sodass eine nachhaltige Last-Mile-Logistik durchaus realistisch ist.

Sie haben Fragen zum Thema Nachhaltigkeit bei EMIRAT Handling & Fulfillment? Sie möchten Ihre logistischen Prozesse nachhaltiger gestalten? Wir freuen uns auf Ihre Anfrage. Jetzt Kontakt aufnehmen!