Shipping ist im Onlinehandel ein wichtiger Faktor. Wie effektiv dieser Prozess gehandhabt wird, entscheidet über Erfolg und Misserfolg und trennt sprichwörtlich die Spreu vom Weizen. Für User sind die Versandkosten längst kaufentscheidend geworden und wenn ein Unternehmen sie beim Checkout mit hohen Kosten konfrontiert, wird oft abgebrochen und zum Konkurrenten gewechselt. Damit Sie Ihre Versandkosten reduzieren können, geht es nicht darum, Materialkosten zu sparen oder sogar die Löhne Ihrer Mitarbeiter zu senken. Solche Veränderungen können schnell auf Kosten der Versandqualität gehen. Stattdessen sollten Sie sich bemühen, Strategien zu implementieren, die Ihnen dabei helfen, einen kundenfreundlichen Versand zu etablieren.

Werfen Sie einen Blick auf den IST-Zustand

Um Möglichkeiten zu identifizieren, mit denen Sie Ihren Versandprozess optimieren können, ist es wichtig, Ihren aktuellen Status zu überprüfen. Das beinhaltet sowohl die Materialien, die Sie derzeit im Einsatz haben, als auch die genutzten Prozesse. Sie können sich dafür einige sinnvolle Fragen stellen, um strategisch zu evaluieren, wo sich Optimierungsmaßnahmen besonders lohnen.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie von Ihrem Service-Team bezüglich Verpackungsschäden oder Produktschäden, nachdem die Sendung beim Kunden eingetroffen ist?

Was kostet Sie die Arbeitszeit? Welcher Mehraufwand entsteht für Artikel in Übergröße, besondere Artikel oder ausgefallene Verpackungsmaterialien?

Welchen Einfluss haben einzelne Versandfaktoren auf die Gesamtkosten? Berücksichtigen Sie dabei das Gewicht, die Größe, die Menge, Spezialanforderungen und die für Sie entstehenden Versandkosten.

Sinnvolle Optimierungsmethoden

Wenn Sie auf der Suche nach Methoden sind, um Ihre Prozesse zu optimieren, sollten Sie entweder danach streben Kosten zu senken oder alternativ den Zeitaufwand reduzieren. In vielen Fällen können Sie darauf Einfluss nehmen, indem Sie die Versandmethode ändern, Ihre Artikel anders lagern oder den Ablauf ändern. Gerade der Verpackungsprozess wird von vielen Händlern in den logistischen Abläufen vernachlässigt. Dabei spielt dieser Vorgang eine wichtige Rolle für den Versand. Wenn sie hier die nötige Aufmerksamkeit an den Tag legen, können Sie sowohl Zeit als auch Geld sparen.

Mit der Durchführung von Optimierungsmethoden können Sie Ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Die Versandgeschwindigkeit ist heute mehr denn je entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens.

1: Erst verstehen, dann optimieren

Jeder hat eine eigene Meinung dazu, in welcher Reihenfolge die unterschiedlichen Versandstationen aufgebaut sein sollten, aber am besten verstehen es immer noch die Personen, die aktiv am Versand gearbeitet haben. Sie sollten hier keine Diskussion über Effizienz starten, wenn Sie keinen Einblick in die tatsächliche Arbeit haben. Beginnen Sie damit, sich ein Bild von den Abläufen zu verschaffen. Schauen Sie sich an, wo Ihre Produkte lagern und welche Laufwege tagtäglich anfallen. Nachdem Sie Ihre eigenen Abläufe evaluiert haben, können Sie mit Optimierungsmaßnahmen beginnen. Sie werden dann bereits über ein viel besseres Verständnis von der Thematik verfügen und Ihre Ergebnisse können sich sehen lassen.

2: Identifizieren Sie Fehlerquellen

Es gibt keinen Ersatz für genaue Analysen und Auswertungen. Geht es darum, Optimierungsmaßnahmen vorzuschlagen, sollten Sie immer Ihre Augen offen halten, um zu erkennen, an welchen Stellen Staus im Materialfluss entstehen oder welche Fehler Sie regelmäßig Zeit kosten.

Achten Sie auf folgende Indikatoren:

  • Materialien sammeln sich am Ende eines automatisierten Ablaufs schneller, als diese von Ihren Mitarbeitern verarbeitet werden können.
  • Ihre Mitarbeiter bewegen Artikel ständig zwischen verschiedenen Stationen hin und her, wodurch die normalen Abläufe gestört werden.
  • Es haben sich provisorische Ablageflächen etabliert, in denen Ihre Artikel zwischengelagert werden, bis sie weiterverarbeitet werden können.

3: Optimieren Sie den Arbeitsfluss

Haben Sie die ersten Fehler identifiziert, lassen sich schnell die Hauptquellen für Zeitverlust in Ihrem Arbeitsfluss identifizieren. Diese agieren wie die Mitte einer Sanduhr und hindern den Sand daran, frei nach unten zu rieseln. Können Sie diese Verengung auflockern, werden Sie schon bald merken, dass der Arbeitsfluss viel organischer abläuft. Auch der Bereich der Anlieferung in Ihrem Lager sollte von Ihnen genau inspiziert werden. Wenn die Artikel zur Packstation gelangen, sollte Ihr Mitarbeiter ohne viele Laufwege Aufträge vervollständigen können. Merken Sie, dass es daran hapert, sollten Sie die Abläufe überarbeiten, damit Ihre Mitarbeiter stets zum richtigen Zeitpunkt mit den passenden Produkten versorgt sind und effektiv arbeiten können.

4: Schritt für Schritt Fulfillment

Auf Basis der ersten drei Schritte sollten Sie in der Lage sein, eine Schritt für Schritt Anleitung zu schaffen, die Ihnen den optimalen Arbeitsfluss im Fulfillment zeigt. Kleinere Abweichungen je nach Artikelwahl sind ganz natürlich, jedoch ist der Ablauf immer ähnlich. Sie beginnen mit dem Picking-Prozess, bei dem die Artikel aus dem Lager geholt werden, verstauen diese dann in entsprechenden Containern für einen kurzen Qualitätstest. Schließlich geht der Container an die Versandstation. Der Packer wird die Artikel in einen Versandkarton oder eine Versandtasche verpacken, beschriften und das entsprechende Etikett erstellen. Nun wird das Paket zur Versandstation gebracht. Je nachdem, ob bei Ihnen individuelle Vorgänge dazukommen, könnte Ihr Ablauf anders aussehen. Sie sollten sich daher Zeit nehmen, den Ablauf Schritt für Schritt und exakt festzuhalten, damit dieser aktuell ist und Sie erstmal keine weiteren Änderungen machen müssen. Nachdem Sie Ihre ideale Methode verschriftlich haben, können Sie diese einfach in entsprechende Arbeitsabläufe übersetzen und zur Anwendung bringen.

5: Fehler vorhersagen

Fehler sind im Versandprozess immer ärgerlich. Ein Ablauf der aus vielen unterschiedlichen Schritten und Stationen besteht, ist entsprechend auch sehr fehleranfällig. Mit dem richtigen Management lassen sich Risiken und Fehlerquellen realistisch einschätzen und womöglich reduzieren. Last but not least stellen die Mitarbeiter an Ihren Packstationen die letzte Chance für Qualitätsproben dar. Hier können beschädigte Artikel, falsche Bestellungen oder andere Probleme erkannt und korrigiert werden. Aus diesem Grund sollten Sie Ihren Mitarbeitern an diesem essentiellen Teilbereich des Fulfillment-Prozesses ausreichend Zeit und Raum zugestehen. Eine Überlastung kann sonst dazu führen, dass Probleme nicht rechtzeitig auffallen und nicht behoben werden können. Sie können auch die Packtische direkt für die Fehlerkorrektur vorbereiten. Legen Sie Ersatzprodukte bereit oder stellen Sie genug Platz zur Verfügung, um mehrere Pakete zeitgleich zu bearbeiten, wenn diese neu gepackt werden müssen.

6: Ausrüstung der Packtische

Stellen Sie sicher, dass jeder Packtisch ausreichend mit Werkzeugen und Material versorgt ist, damit Ihre Mitarbeiter die von ihnen erwartete Arbeit auch erfüllen kann. Denken Sie einmal darüber nach, welche Artikel beim Packen unverzichtbar sind. Im Idealfall fertigen Sie eine vollständige Liste an. Die meisten Artikel werden sich in die folgenden Kategorien einsortieren lassen.

  • Persönliches: Hierzu zählen zum Beispiel Schutzausrüstung, Jacken, Taschen, u.a.
  • Werkzeuge: Hierzu zählen zum Beispiel Scanner, Kleber, Computer, u.a.
  • Verpackungswaren: Hierzu zählen zum Beispiel Kartons, Versandtaschen, Label, Stifte, u.a.
  • Referenzmaterial: Hierzu zählen zum Beispiel Trainingsmaterialien, Nachschlagebücher, Anleitungen, u.a.

Nachdem Sie dafür gesorgt haben, dass Ihren Mitarbeitern alle notwendigen Artikel zur Verfügung stehen, können diese priorisiert werden. Während einige Artikel konstant im Einsatz sind, werden andere unregelmäßig oder nur selten gebraucht.

7: Aufbau des Packtisches

Haben Sie alle notwendigen Artikel priorisiert, können Sie anhand dessen den Aufbau und das Layout des Packtisches optimieren. In der Regel ist das effizienteste Design stromlinienförmig. Dabei bewegt sich Ihre Ware in einer geraden Linie. Die Art und Weise, in der Sie Ihre Werkzeuge und Materialien aufbewahren ist dafür aber nicht limitiert. Während Sie darüber nachdenken, wo genau Sie Ausrüstung mit höchster und solche mit geringerer Priorität platzieren, sollten Sie berücksichtigen, dass Ihnen ein dreidimensionaler Raum zur Verfügung steht. Nicht nur links und rechts vom Tisch ist Platz, sondern auch darüber und darunter. Gegenstände, die nur selten gebraucht werden, können sorglos an einem etwas schlechter zugänglichen Platz aufbewahrt werden.

8: Testen Sie den Packtisch

Nachdem Sie Ihren Packtisch gestaltet haben, ist es Zeit für einen Testlauf. Immerhin wollen Sie nicht gleich alle Tische umbauen, bevor sich Ihr Design unter Beweis gestellt hat. Sie können dafür einen Testtisch vorsehen und diesen ganz gewohnt im Einsatz haben. Ihre Testkonditionen sollten den normalen Anforderungen entsprechen, damit Sie ein klares Bild davon haben, wie erfolgreich Ihr Layout ist. Behalten Sie sich die Option offen, Änderungen vorzunehmen, um die Effizienz Ihrer Mitarbeiter weiter zu steigern. Es macht sich häufig auch bezahlt, einmal selbst Hand anzulegen, um den Arbeitsfluss selbst zu testen. Dabei fallen Ihnen womöglich Fehler aus, die Sie ansonsten nicht bemerkt hätten.

9: Schutz Ihrer Mitarbeiter

Im Lager und beim Versand kommt es nicht nur auf Effizienz an. Die Sicherheit Ihrer Mitarbeiter ist ein wichtiges Thema. Daher sollten Sie Ihre Mitarbeiter einer Sicherheitsunterweisung unterziehen. Sorgen Sie dafür, dass Packtische immer stabil und sicher sind. Setzen Sie Werkzeuge ein, um Ihren Mitarbeitern die Arbeit zu erleichtern und schaffen Sie Maschinen für alle körperlich schweren Aufgaben an. Sie sollten außerdem die körperlichen Unterschiede Ihrer Mitarbeiter im Blick haben. Sehr große Personen benötigen einen anderen Tisch, als kleingewachsene. Am besten kommen Sie dem entgegen, indem Sie verstellbare Tische und Stühle einsetzen. So können diese auch problemlos im Nachhinein an andere Mitarbeiter angepasst werden.

10: Zukunft im Blick

Versteifen Sie sich nicht auf ein Design, wenn das Ganze auf Kosten Ihrer Flexibilität geht. Geben Sie sich selbst und Ihren Mitarbeitern immer die Option, in Zukunft notwendige Modifikationen durchzuführen. Somit bleiben Sie flexibel und hindern Ihr Unternehmen nicht am weiteren Wachstum.

Gründe, wegen derer Sie Ihre Verpackungen optimieren sollten

Die Optimierung des Verpackungsprozesses hat viele Vorteile. Sie sparen Geld und kreieren dabei vielleicht sogar eine Verpackungslösung, die deutlich nachhaltiger ist.

1: Die Materialien

Die Materialien, die Sie für die Verpackungen im Einsatz haben, können Ihren Versandablauf ineffizient gestalten. Nutzen Sie Artikel, die übermäßig teuer sind, verschwenderisch oder kompliziert in der Anwendung, sorgen diese für zusätzlich Kosten und Arbeit in Ihren Abläufen. Natürlich ist es nicht das Ziel, die Qualität der Verpackungen zu reduzieren. Diese ist aktiv für die Reputation Ihres Unternehmens verantwortlich. Verpackungsoptimierung sollte vor allem bedeuten, klügere Entscheidungen zu treffen. Das betrifft nicht nur das Produkt, sondern auch die Versandmaterialien. Nutzen Sie beispielsweise ein anderes Klebeband oder andere Füllmaterialien, kann das Ihren Mitarbeitern die Arbeit erleichtern und die Effizienz des Versands wird gesteigert.

2: Der Transport

Bei der Vorbereitung Ihrer Artikel zum Versand, sollte ihr Augenmerk auch auf Größe und Gewicht der Verpackung liegen. Durchgeführte Optimierungen bedeuten deutliche Platzeinsparungen und Gewichtsreduktion. Verschiedene Strategien können Sie dabei unterstützen, überschüssige Materialien zu reduzieren, wodurch sich gleichzeitig auch die Ausgaben senken lassen. Indem Sie die Größe und Form Ihrer Verpackung reduzieren, können Sie insgesamt mehr Produkte transportieren und sparen sowohl Zeit als auch Geld.

3: Die passende Verpackung

Bei der Verpackung sollten Sie immer auch das Thema Effizienz im Hintergrund haben. Ein komplexer Verpackungsvorgang ist nicht sehr zeitsparend, weshalb Sie die Abläufe so einfach wie möglich gestalten sollten. Idealerweise sollten Sie für jedes Produkt eine möglichst ideale Verpackung finden, wobei sich das gerade bei einem großen Produktangebot als schwieriger Balanceakt erweisen kann, immerhin wollen Sie ja auch kostengünstig verfahren. Sie sollten daher versuchen, das richtige Level an Komplexität und Effizienz zu finden, um die Versandkosten gering zu halten und gleichzeitig Raum und Gewicht zu sparen. Unnötige Kosten sind zu vermeiden. Sie wirken nicht nur negativ auf Ihr Unternehmen, sondern auch auf Ihren Kunden. Optimieren Sie daher Ihre Verpackungen und sparen Sie Geld und Zeit beim Verpackungsprozess.

4: Nachhaltigkeit

Auch Nachhaltigkeit hat heute einen hohen Stellenwert. Das beinhaltet insbesondere auch das täglich anfallende Verpackungsmaterial. Es kann sich als problematisch erweisen, wenn Sie verschwenderisch mit Materialien umgehen oder vermehrt Plastik zum Einsatz bringen. Zeugen Sie von Nachhaltigkeit, spricht dies Ihre Kunden positiv an. Heutzutage sind viele Unternehmen daran interessiert, möglichst grüne Entscheidungen zu treffen. Verpackungen und Prozesse sind dabei ein wichtiger Faktor. Senken Sie den Materialaufwand und reduzieren Sie damit Ihren ökologischen Fußabdruck. Sie können dafür auch auf verschiedene Recyclingmaterialien zurückgreifen, die umweltfreundlicher sind, als andere Alternativen.

Es spielt keine Rolle, in welcher Branche Sie tätig sing. Ihre Verpackungen und Ihren Versandprozess zu optimieren ist für Ihr Unternehmen und die Umwelt förderlich. Entscheiden Sie sich deshalb für sinnvolle Lösungen oder vertrauen Sie für diese logistischen Prozesse auf die Unterstützung eines kompetenten Fulfillment-Experten. Stellen Sie uns noch heute eine Anfrage und wir senden Ihnen ein unverbindliches Angebot zu.