Emissionsfreie Logistik – 3 spannende Projekte

Emissionen rücken immer stärker in den Mittelpunkt der Gesellschaft und der Presse. Ob bei Privatreisen, Fahrten mit dem eigenen PKW oder in der Logistik – Klimaneutralität wird immer wichtiger. Vor allem durch die zu erwartende stärkere Besteuerung von CO2 ist es für Logistikunternehmen entscheidend, gute Lösungen zu finden.

In diesem Artikel stellen wir 3 Projekte vor, die zeigen, wie Logistik in Zukunft aussehen kann.


Projekt 2: DPD – Emissionsfrei durch Mikrodepots

Mit dem Projekt E2MUT („Emissionsfreie Elektromobilität für maritime urbane Transporte“) soll emissionsfreier Warentransport auf dem Wasserweg realisiert werden. Das Projekt wurde mit 16 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und wird von vielen Akteuren unterstützt – zum Beispiel von der Universität Rostock und dem Fraunhofer IGP.

Die Ursachen für die starke Förderung liegen auf der Hand: Überfüllte Straßen und zunehmende Urbanisierung führen zu immer mehr Schadstoffausstoß. Dem soll durch emissionslose Antriebssysteme auf Batterie- und Wasserstoffbasis in der Schifffahrt entgegengewirkt werden. 

Der Schwerpunkt liegt zunächst auf küstennahen Seegewässern, Binnenwasserstraßen und großen Seen. Bei Erfolg des Projektes könnten die Schadstoffemissionen und auch der Lärm in den Städten erheblich reduziert werden. Das Ausweichen auf die Wasserstraße zeigt, welche Potentiale in der Logistik noch vorhanden sind.


Projekt 2: DPD – Emissionsfrei durch Mikrodepots

Nachdem die DPD bereits ein erfolgreiches Projekt zur Nutzung von Mikrodepots abgeschlossen hat, geht sie nun einen Schritt weiter.

In Berlin soll die Nutzung von Mikrodepots jetzt dafür sorgen, dass die letzte Meile emissionsfrei gestaltet werden kann.

Das Besondere an dem Projekt ist vor allem die Kreativität des Depots: Dazu wurde eine alte Autowerkstatt umfunktioniert und bietet jetzt direkt mehrere Vorteile. Neben der Nutzung des Depots bietet die „alte Autowerkstatt“ auch eine Akkutauschstation und eine DC-Ladesäule, wodurch eine Energieversorgung ohne Unterbrechung sichergestellt wird.

Die durchdachte Ladeinfrastruktur ermöglicht die Nutzung von E-Lastenrädern und eCraftern von Volkswagen. Zum Start können bereits 400 Sendungen pro Tag zugestellt werden und eine Aufstockung ist in Zukunft ebenfalls möglich.

Zunächst soll das Projekt speziell in Wohngebieten umgesetzt werden, weil es vor allem bei einer hohen Stoppdichte rentabel ist. Das Projekt könnte somit ein Vorreiter für effiziente und emissionsfreie Last-Mile-Logistik sein und zeigt den Trend von Mikrodepots in Stadtgebieten deutlich auf.


Projekt 3: DB Schenker – das XXL-Lastenrad

Das Projekt der DB-Schenker AG hat ähnliche Ziele wie die anderen vorgestellten Projekte: Die Städte und Ballungsgebiete sollen leiser und vor allem sauberer werden.

Als 100-prozentige Tochter der Deutschen Bahn unterliegt die DB Schenker AG den ambitionierten Zielen, die von der Deutschen Bahn vorgegeben werden – bis 2040 vollkommen emissionsfrei zu werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, fokussiert das Unternehmen den Transport auf dem Landweg. In diesem Zusammenhang testet die DB Schenker AG jetzt ein 7-Meter-Lastenrad: Es soll 3 Euro-Paletten mit insgesamt 500 kg Gewicht transportieren können und hat dabei eine Reichweite von 70 km. Der Vorteil des Lastenrads besteht darin, dass es überall fahren darf, wo Fahrräder erlaubt sind. Das ermöglicht einen flexiblen und effizienten Transport.

Das Mega-Lastenrad ist definitiv ein innovativer Ansatz, der jedoch nicht die alleine Lösung sein kann – denn das Versandvolumen ist deutlich zu hoch. Aus diesem Grund testet der Logistikdienstleister jetzt auch Elektro-LKWs, um letztlich das Ziel der Emissionsfreiheit tatsächlich zu erreichen.


Fazit

Die Projekte verdeutlichen den Aufwand, der betrieben wird, um Emissionen zu reduzieren und minimieren. Die Lösungsansätze sind kreativ und zahlreich, da alle Möglichkeiten einbezogen werden – ob auf dem See- oder Landweg.

Der Logistik steht eine spannende und innovationsreiche Zeit bevor und es nicht absehbar, welche Lösung letztlich die effizienteste sein wird. Es dürfen aber zahlreiche neue Entwicklungen und Konzepte erwartet werden, die die bisherige Logistik vermutlich revolutionieren werden.